• Martin Kippenberger, Ohne Titel (Selbstporträt), 1975/76, Privatsammlung © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, 1/4 Jhdt. Kippenberger als einer von Euch, unter Euch, mit Euch, Berlin, 1978, Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne. © Foto: Simon Vogel, Köln © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Ohne Titel (aus der Serie Fred the frog), 1990, Privatsammlung © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Das Ende des Alphabets, 1989, Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, Berlin. © Foto: A. Burger, Zürich © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Ohne Titel (aus der Serie Fred the frog), 1990, Privatsammlung © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Zuerst die Füße, 1990, Sammlung Stolitzka, Graz. © Foto: Helga Krobath, Wien © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Martin, ab in die Ecke und schäm Dich, 1990, Privatsammlung, Courtesy Hauser & Wirth. © Foto: Stefan Altenburger Photography, Zürich © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Ohne Titel (aus der Serie Hand Painted Pictures), 1992, Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, Berlin © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Kasperle XIII (Porträt Rainald Götz), 1993, Privatsammlung. © Foto: studio be, Thomas Berger, St. Georgen © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Ohne Titel, 1995, Privatsammlung © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, L’Atelier Matisse sous-loué à Spiderman, Galerie Soardi, Nizza 1996, Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Andrea Stappert, Martin Kippenberger im Atelier Lindenstraße, Köln 1985 © Andrea Stappert
  • Martin Kippenberger, Ohne Titel (Selbstporträt), 1975/76, Privatsammlung © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, 1/4 Jhdt. Kippenberger als einer von Euch, unter Euch, mit Euch, Berlin, 1978, Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne. © Foto: Simon Vogel, Köln © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Ohne Titel (aus der Serie Fred the frog), 1990, Privatsammlung © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Das Ende des Alphabets, 1989, Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, Berlin. © Foto: A. Burger, Zürich © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Ohne Titel (aus der Serie Fred the frog), 1990, Privatsammlung © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Zuerst die Füße, 1990, Sammlung Stolitzka, Graz. © Foto: Helga Krobath, Wien © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Martin, ab in die Ecke und schäm Dich, 1990, Privatsammlung, Courtesy Hauser & Wirth. © Foto: Stefan Altenburger Photography, Zürich © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Ohne Titel (aus der Serie Hand Painted Pictures), 1992, Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, Berlin © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Kasperle XIII (Porträt Rainald Götz), 1993, Privatsammlung. © Foto: studio be, Thomas Berger, St. Georgen © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, Ohne Titel, 1995, Privatsammlung © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Martin Kippenberger, L’Atelier Matisse sous-loué à Spiderman, Galerie Soardi, Nizza 1996, Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne
  • Andrea Stappert, Martin Kippenberger im Atelier Lindenstraße, Köln 1985 © Andrea Stappert

Martin Kippenberger

T.ü. (Titel überflüssig)

08.09. - 27.11.2016

Martin Kippenberger (geboren 1953 in Dortmund, gestorben 1997 in Wien) ist einer der wichtigsten und gleichzeitig umstrittensten Künstler des 20. Jahrhunderts. „Selbstdarsteller“, „enfant terrible“, „Kunst-Punk“, „Bürgerschreck“, „Ausnahmekünstler“ – die Etiketten, die Kippenberger aufgedrückt bekommen hat, sind so zahlreich wie inhaltsleer, immer jedoch konzentrieren sie sich auf die außergewöhnliche Persönlichkeit des Künstlers. Das mag zum einen daran liegen, dass sich um die „großen Nummern“ der Kunst des 20. Jahrhunderts, unter denen Kippenberger mittlerweile zweifelsohne auch rangiert, nach wie vor ein Personenkult rankt. Kippenberger selbst hat diese Tendenz früh erkannt und sie sich zunutze gemacht: Von den ersten Aufklebern bis zu seinen letzten Gemälden – Selbstporträts – bleibt „Kippy“, die Künstlerfigur, eine Konstante. Noch vor dem Anbruch des Internet- und Selfie-Zeitalters operierte er mit dem eigenen Konterfei als eine Art Platzhalter, spielte virtuos auf dem breiten Klavier öffentlicher Aufmerksamkeit und schonte sich dabei selbst nicht, gleich einer „Kerze, die von beiden Seiten brannte“ (Diedrich Diederichsen). Eine Lesart, die derart stark um den Künstler als Person kreist, und Deutungsversuche immer eng an die Biografie bindet, stellt jedoch eine stark vereinfachte und nicht unproblematische Herangehensweise an eine Kunst dar, die jede Kategorisierung verlacht und sich ihrer entzieht, deren einziges wirkliches Prinzip vielleicht sogar dies ist: Anti-Kategorie. So meinte Kippenberger bereits 1979 lakonisch: „Bitteschön, man kann mich einordnen. – Wenn’s demjenigen gelingt.“

Kippenbergers Werk, das von Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie, Plakat, Installation, Performance, Künstlerbuch und Schriften bis hin zu kuratorischen und sammlerischen Praktiken reicht, entzieht sich eben genau dieser Einordbarkeit und den „Ismen“ der Kunstgeschichte. Dennoch ist Kippenbergers Werk seit vielen Jahren kanonisiert und in den Kathedralen der Kunst angekommen. Dies hat mit der Aktualität seiner zentralen Fragestellung nach künstlerischer Autorschaft zu tun, in die er „alles und jeden“ miteinbezog: „Heute denken, morgen fertig“, so eine von Kippenbergers berühmten Prämissen, mit denen er die Utopie künstlerischer Originalität auf den Punkt brachte. Komplexe Zitatführungen, Wortwitz und -wahn, selbstreferenzielle Bezugssysteme, Institutionskritik, Selbstironie, Multimedialität und Netzwerkcharakter – so könnte man Kippenbergers Mitte der 1970er-Jahre einsetzendes Werk beschreiben, lange bevor diese Schlagworte fixer Bestandteil des zeitgenössischen kunst- und kulturtheoretischen Vokabulars wurden. Die Ausstellung des Kunstforums trägt diesem richtungsweisenden Charakter von Kippenbergers Werk Rechnung und will dessen Bedeutung aus Sicht der nächsten Generation herausstellen. Eine behutsame, werkzentrierte Annäherung wird zeigen, welche Diskurse Kippenberger mittels seiner Arbeit an- und aufstachelte und welche Fallen er stellte, in die der Kunstbetrieb bis heute willfährig tappt.

Martin Kippenberger – T.ü. legt dabei einen besonderen Fokus auf Sprache – innerhalb Kippenbergers multimedialem Oeuvre das durchgängig stets bevorzugte Medium, das sich unter anderem als Text im Bild, Wortwitz und schlechter Witz, Missverständnis, Slogan oder auch in Form von Künstlerbüchern, Stickern und Plakaten artikuliert – sowie seine „Vor- und Nachbilder“ der Kunstgeschichte – Gerhard Richter, Joseph Beuys, Théodore Géricault und Pablo Picasso – an denen er sich mit großen malerischen Serien und Multiples abarbeitete. Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Estate Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Köln.


Kuratorin: Lisa Ortner-Kreil
 

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