Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller in erster Hybrid-Ausstellung im Bank Austria Kunstforum Wien

„wenn man spricht ist immer jetzt – sonst nicht“ ist bis 7. März 2021 bei freiem Eintritt digital und analog im tresor im Bank Austria Kunstforum Wien zu sehen. Videos und Kurzfilme bringen die Schau auf alle Bildschirme.

  • Herta Müller © Stephanie von Becker
  • Herta Müller, wenn man spricht ist immer jetzt – sonst nicht, 2019 © Herta Müller
  • Herta Müller, wenn man spricht ist immer jetzt – sonst nicht, 2019, © Herta Müller © Jörg von Bruchhausen

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Video zur Meldung auf YouTube

Wien – Am 9. Dezember 2020 öffnet im Bank Austria Kunstforum Wien die erste vollkommen hybrid geplante Ausstellung, die sowohl digital als auch – je nach Covid-19-Vorgaben der österreichischen Bundesregierung – analog zu sehen sein wird. Den digitalen Auftakt macht ein mit Herta Müller in Wien und Berlin gestaltetes Video, das am Eröffnungstag im YouTube-Kanal des Ausstellungshauses zu sehen wird. Die Kuratorinnen Bettina M. Busse und Veronika Rudorfer sprechen in einem Ausstellungsrundgang über ihre Zugänge zu Müllers Collagen in der Schau „wenn man spricht ist immer jetzt – sonst nicht“.

Während der Laufzeit begleitet eine von Annemarie Türk konzipierte Videoserie die Präsentation der Literaturnobelpreisträgerin (2009). Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller Claudia Bitter, Andrea Grill, Sabine Gruber, Hanno Millesi, Petra Nagenkögel und Jani Oswald sowie die Schauspielerinnen und Schauspieler Maria Hofstätter, Naemi Latzer und Harwin Kravitz sprechen in Kurzfilmen über Müllers Arbeit und ihre persönlichen Zugänge dazu.

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller im tresor im Bank Austria Kunstforum Wien

Nach Martin Kippenberger und Gerhard Rühm, die sich in ihren Präsentationen im Bank Austria Kunstforum Wien eingehend mit dem Verhältnis von Bild und Sprache befasst haben, ist nun die erste Einzelausstellung von Herta Müller in Österreich zu sehen. Mit ihren Wort-Bild-Collagen greift sie Methoden der konkreten Poesie auf und erweitert diese zu einer neuen Form der Lyrik.

„Denn niemand hat eine eigene Sprache, auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller nicht. Es gibt nur die Wörter, die es gibt, die hat jeder, und aus diesen Wörtern, wenn man sie so zusammensetzt, wie sie noch nie waren, entsteht Poesie. Das ist eigentlich die Ästhetik“, sagt Herta Müller.

Seit über dreißig Jahren widmet sich Müller der künstlerischen Praxis poetischer Collagen, die sie aus Zeitungs- und Magazinausschnitten sowie Bildern arrangiert. Die ersten Collagen entstanden 1989 als Postkarten, die sie auf Reisen an Freunde und Bekannte verschickte. Die Künstlerin entwickelte seither den Prozess des Collagierens kontinuierlich weiter und ist ihrem Papierformat treu geblieben. Sie lässt sich von gefundenen Worten leiten und verbindet ihre einzigartige Sprache mit der jeweiligen Typografie wie auch mit Papierfärbungen und -mustern. Je nach Länge und Inhalt dauert die Arbeit an den Collagen mehrere Tage oder auch Wochen.

Hunderttausende Wörter hat Müller katalogisiert und in Kästen und Schubladen geordnet. Aus intuitiven Assoziationen und grafischer Anordnung entstanden, bilden Müllers Wort-Bilder ein eigenständiges Genre innerhalb ihrer Arbeit – ihr letzter Roman „Atemschaukel“ erschien 2009. Das Anordnen und Fixieren der einzelnen Wortteile und Wörter ist für die Literaturnobelpreisträgerin eine Art zu schreiben, die dem Wort als Bedeutungsträger und Bild gleichermaßen Rechnung trägt.

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