FLYING HIGH. Künstlerinnen der Art Brut

Ausstellung im Bank Austria Kunstforum Wien ist von 15. Februar bis 23. Juni 2019 zu sehen.

  • Aloïse Corbaz, Brevario Grimani, um 1950 (Ausschnitt), Buntstift auf Papier abcd / Bruno Decharme collection, Foto © César Decharme
  • Misleidys Castillo Pedroso, Ohne Titel, um 2016, Gouache auf Papier, Collection Amr Shaker, Genève © Misleidys Castillo Pedroso
  • Julia Krause-Harder, Nanotyrannus, 2013, verschiedene Materialien, courtesy Atelier Goldstein, Foto © Uwe Dettmar
  • Mary T. Smith, Ohne Titel, um 1980, Acryl auf Blech, Sammlung Hannah Rieger © Foto © DETAILSINN Fotowerkstatt

Pressemappe und Bilder zur Meldung in der Mediendatenbank

Video der Pressekonferenz auf https://www.youtube.com/watch?v=-v7VkJ8C5c4

„FLYING HIGH“ ist die erste Ausstellung, die sich „weltumspannend“ den weiblichen Positionen der Art Brut von 1860 bis in die Gegenwart widmet. Die Ausstellung ist in jeder Hinsicht ein „Höhenflug“: Sie versammelt 316 Werke von 93 Künstlerinnen aus 21 Ländern, die inhaltlich und ästhetisch unsere Vorstellung, was Kunst ist, sprengen.

Die Ausstellung nimmt den von Jean Dubuffet 1945 definierten Begriff „Art Brut“ für jene ursprüngliche, nichtakademische Kunst außerhalb des kulturellen Mainstreams als Ausgangspunkt. In der Vielfalt und Heterogenität der im Bank Austria Kunstforum Wien präsentierten Werke wird deutlich, dass der Art-Brut-Begriff heute längst über Arbeiten aus Psychiatrien hinausgeht und auch die Produktion von „mediumistischen“ (von einem Geist geführten) Künstlerinnen, „Einzelgängerinnen“ und Künstlerinnen mit Behinderungen umfasst. Diese Erweiterung ist nicht zuletzt durch den radikalen Wandel der Institution Psychiatrie – von ehemals geschlossenen Anstalten über offenere Strukturen bis zu deren Auflösung – begründet. Zeitgenössische Art Brut entsteht heute vielfach in Ateliers oder in von den Künstlerinnen selbst geschaffenen Strukturen.

Ausstellung zeigt Werke aus bedeutenden historischen Sammlungen sowie internationalen und österreichischen Privatsammlungen

Die Chronologie der Ausstellung beginnt mit Highlights aus den historischen Sammlungen der Psychiater Walter Morgenthaler (Stiftung Psychiatrie-Museum 
Bern) und Hans Prinzhorn (Universitätsklinikum Heidelberg). Beide sammelten und förderten bereits Anfang des 20. Jahrhunderts Kunst aus Psychiatrien und publizierten darüber – „Ein Geisteskranker als Künstler“ (1921) und „Bildnerei der Geisteskranken“ (1922). Der Hauptraum des Bank Austria Kunstforum Wien zeigt Meisterinnenwerke aus der Sammlung von Jean Dubuffet (Collection de l’Art Brut, Lausanne), die Dubuffet zwischen 1945 und 1976 zusammentrug. Eine repräsentative Auswahl von Werken aus der Sammlung L’Aracine (LaM, Lille Métropole Musée d’art moderne, d’art contemporain et d’art brut, Villeneuve d’Ascq) schließt den Überblick über jene Sammlungen ab, die Entstehung und Geschichte der Art Brut entscheidend prägten. Darüber hinaus zeigt die Schau eine Vielzahl von Werken aus bedeutenden internationalen und österreichischen Privatsammlungen.

Emanzipationsgeschichte der „Außenseiterinnen der Außenseiter“

Die Geschichte weiblicher Art-Brut-Künstlerinnen spiegelt die Emanzipations-geschichte von Frauen auf einer prekären Ebene wider: Diese sind bis heute „Außenseiterinnen der Außenseiter“. Die Art Brut hat nach wie vor keinen gleichberechtigten Platz neben der „Hochkunst“ gefunden. Da Frauen sowohl innerhalb der Art Brut als auch jenseits der feministischen Kunst ihren Platz erst erobern müssen, ist eine Präsentation ihrer Werke hoch an der Zeit. Dieser Aufgabe widmet sich „FLYING HIGH. Künstlerinnen der Art Brut“ im Bank Austria Kunstforum Wien.

Vielstimmiges Panorama gestalterischer Ausdruckskräfte

Die Ausstellung verdeutlicht, dass ästhetische Gesichtspunkte gegenüber diagnostischen Kriterien und Biografie sowie der Exzentrität der Autorinnen mehr und mehr an Relevanz gewinnen. Durch die Arbeiten von unterschiedlichsten Künstlerinnen entsteht ein vielstimmiges Panorama gestalterischer Ausdruckskräfte: Worin unterscheiden sich jene „individuelle Mythologien“ (Harald Szeemann), die Art Brut begründen, je nachdem, ob sie von Künstlerinnen oder Künstlern geschaffen wurde? Erzählen die Arbeiten von Frauen tatsächlich andere Geschichten als Männer? Wie werden Differenzen in den Produktionsweisen, Medien und Ikonografien sichtbar? Die Schau geht diesen Fragen nach und reflektiert die direkte und ursprüngliche, oft auch subversive Ausdruckskraft und Qualität der von Frauen geschaffenen Art Brut. Die Unterschiede und auch mögliche Gemeinsamkeiten im Ausdruck von Künstlerinnen und Künstlern der Art Brut anhand von Gegenüberstellungen zu visualisieren, wird Thema einer anderen Ausstellung sein.

Wie überall gilt auch im Feld der Kunst: Nur was wahrgenommen werden kann, existiert auch.


Ausstellung: FLYING HIGH. Künstlerinnen der Art Brut

Datum:    15. Februar bis 23. Juni 2019
Ort:      Bank Austria Kunstforum Wien
Adresse:  1010 Wien, Freyung 8
Website:  http://www.kunstforumwien.at
Facebook: http://www.facebook.com/kunstforumwien
Twitter:  https://twitter.com/kufowien
Lageplan: http://g.co/maps/k9ffd 

+++ BILDMATERIAL +++
Das Bildmaterial steht zur honorarfreien Verwendung im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung zur Verfügung. Weiteres Bild- und Informationsmaterial im Pressebereich auf https://www.leisure.at. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:
leisure communications

Dr. Wolfgang Lamprecht
Tel.: +43 664 8563002
wlamprecht@leisure.at

twitter.com/WSLamprecht

Alexander Khaelss-Khaelssberg
Tel.: +43 664 8563001
akhaelss@leisure.at

twitter.com/akhaelss

Downloads

Zurück zur Übersicht