• Fernando Botero Picknick, 1989 Öl auf Leinwand, 132 x 175 cm Privatbesitz © Fernando Botero
  • Fernando Botero Ballerina an der Stange, 2001 Öl auf Leinwand, 164 x 116 cm Privatbesitz © Fernando Botero
  • Fernando Botero Die First Lady, 1989 © Fernando Botero
  • Fernando Botero Das Orchester, 2001 Öl auf Leinwand, 183 x 144 cm Privatbesitz © Fernando Botero
  • Fernando Botero @Bank Austria Kunstforum 12. Oktober 2011 bis 15. Jänner 2012 ©
  • Fernando Botero Kartenspieler, 1991 Öl auf Leinwand, 152 x 181 cm Privatbesitz © Fernando Botero
  • Bischof, 1989 © Privatbesitz
  • Hommage an Ramon Hoyos © Privatbesitz
  • Der Hornstoss © Privatbesitz
  • Ballerina an der Stange, 2001 © Privatbesitz

Botero

12.10.2011 - 15.01.2012

Das Bank Austria Kunstforum Wien widmet dem kolumbianischen Maler und Bildhauer Fernando Botero (* 1932 in Medellín) die erste umfassende Präsentation seines malerischen Werks in Österreich. 70 Gemälde, von den 1950er Jahren bis heute, geben Einblick in Boteros künstlerisches Universum.

Porträts, Akte und Stillleben interpretiert der Künstler mit Anspielungen auf seine südamerikanische Herkunft. Es sind Darstellungen von scheinbarer Heiter- und Harmlosigkeit, dabei jedoch doppeldeutig und voll abgründiger Raffinesse. Mit seinen opulenten, wie »aufgeblasenen« Figuren, deren Ästhetik der präzisen Form- und subtilen Farbgebung gleichsam widerspricht, erstaunt Botero die Welt seit über 50 Jahren. Botero zwingt die Kunstgeschichte geradezu, ihren eigenen Kanon in Frage zu stellen. Die Ausstellung, in der auch der Aufsehen erregende Abu-Ghraib-Zyklus von 2004/2005 präsentiert wird, geht dem »Phänomen Botero«, das heute aktueller ist denn je, nach.

Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Kapitel: Alltag in Südamerika, Katholizismus, Stierkampf oder Paraphrasen auf die berühmtesten Werke der Kunstgeschichte – Bilder, in denen immer wieder die Sinnlichkeit des Lebens und seine Vergänglichkeit aufeinander prallen. »Ich bin der kolumbianischste unter den kolumbianischen Künstlern«, sagt Fernando Botero. Mit unglaublicher Konsequenz gibt er zu verstehen, was ein Bild seiner Auffassung nach zu leisten hat: eine eindeutige Botschaft, einen unmissverständlicher Dialog zwischen Künstler und Betrachter. Boteros Sujets scheinen aus einer anderen Zeit zu kommen und sind voller Melancholie und Nostalgie. Damit steht Botero – genau wie die zeitgenössische südamerikanische Literatur und Musik – ganz in der Tradition seines Heimatkontinents. Wie in einem Anachronismus gefangen wirken Boteros Figuren: Sie existieren, ohne lange darüber nachzudenken, sie essen, trinken, spielen Karten, gehen spazieren, nähen, weinen, machen ein Picknick; sie wirken stets isoliert, in sich selbst versunken. Botero inseriert in seine Bilder zudem Metaphern der Bedrohung – wie ausbrechende Vulkane oder einstürzende Häuser –, die die vordergründige Idylle ins Negative verkehren. Dass sich Botero mitnichten nur den gefälligen, »appetitlichen« Motiven verschrieben hat – wie ihm die Kunstkritik wiederholt zum Vorwurf gemacht hat – verdeutlicht vor allem auch sein Abu-Ghraib-Zyklus: Der Künstler will emotionales Zeugnis für die Scham, die sich beim Betrachten der furchtbaren Folterszenen durch US-amerikanische Soldaten einstellt, ablegen. Mit diesem Zyklus brachte Botero politisches Tagesgeschehen in seine Kunst.

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