• Heinrich Reisenbauer, Sonnen 2002, 160x200 cm, Edding, Acryl auf Leinwand © Privatstiftung - Künstler aus Gugging
  • Franz Kernbeis, Hlsch 2008, 125,8x144,9 cm, Aquachrom auf Papie © echo Medienhaus
  • Heinrich Reisenbauer, Äpfel 2004, 160x200 cm, Edding, Acryl auf Leinwand © echo Medienhaus
  • Oswald Tschirtner, Stern 1998, 100x80 cm, Edding und Acryl auf Leinwand © echo Medienhaus
  • Oswald Tschirtner, Herz 1998, 100x80 cm, Edding und Acryl auf Leinwand © echo Medienhaus
  • Heinrich Reisenbauer, Sonnen 2002, 160x200 cm, Edding, Acryl auf Leinwand © Privatstiftung - Künstler aus Gugging
  • Franz Kernbeis, Hlsch 2008, 125,8x144,9 cm, Aquachrom auf Papie © echo Medienhaus
  • Heinrich Reisenbauer, Äpfel 2004, 160x200 cm, Edding, Acryl auf Leinwand © echo Medienhaus
  • Oswald Tschirtner, Stern 1998, 100x80 cm, Edding und Acryl auf Leinwand © echo Medienhaus
  • Oswald Tschirtner, Herz 1998, 100x80 cm, Edding und Acryl auf Leinwand © echo Medienhaus

Gugging.! In Wien

27.05.2009 - 28.06.2009

Vom 27. Mai bis 28. Juni präsentiert das echo medienhaus Hauptwerke der Künstler aus Gugging im Bank Austria Kunstforum Wien.

Zwei temporär geschlossene Museen kooperieren. Auf Grund von Um- und Ausbauarbeiten sowohl des Museums Gugging als auch des Bank Austria Kunstforums sind beide Häuser derzeit geschlossen. Trotzdem ist es gelungen in einer Umbaupause des Kunstforums nun eine einmalige Werkschau der Künstler aus Gugging zu präsentieren. »Das Haus der Künstler war von Beginn an eines der wesentlichsten Zentren der Art Brut, jener von Jean Dubuffet bezeichneten rohen, spontanen und unverfälschten Kunstform, die Gugginger Künstler wie Johann Hauser, Oswald Tschirtner, Johann Garber, August Walla oder Josef Bachler hierzulande berühmt machte. Jüngere Künstler wie Karl Vondal oder Günther Schützenhöfer knüpfen nahtlos an diese Tradition an. Herausragende Werke dieser und weiterer Künstler aus Gugging in Wien präsentieren zu können, ist seit langem unser Wunsch«, meint Nina Katschnig, Kuratorin der Ausstellung und Standortmanagerin des Art/Brut Center Gugging.

Seit den 70er Jahren zählen die Künstler aus Gugging zu den herausragenden Vertretern der Art Brut. Die Ausstellung »gugging.!« zeigt die wichtigsten Werke der nun schon 40jährigen Tätigkeit der Gugginger Künstler, sowohl aus der Privatstiftung – Künstler aus Gugging – als auch aus Privatsammlungen. Vertreten sind Hauptwerke der verschiedenen Schaffensepochen namhafter Künstler, die einmal mehr die direkte Verbindung innerer Kreativität und äußerer Schaffenskraft zeigen. »Wir freuen uns daher sehr, diese Gugginger Leistungsschau, die von einer unglaublichen Werkimmanenz zeugt, in unserem Haus präsentieren zu können«, betont die Direktorin des Bank Austria Kunstforums Ingried Brugger.

»Das echo medienhaus bemüht sich schon seit vielen Jahren, Kunst einer möglichst breiten Bevölkerung zugänglich zu machen. Die Gratisbuchaktion Eine Stadt. Ein Buch oder die Verhängung des Ringturms stehen stellvertretend für viele Aktionen der Kunstvermittlung. Diese Ausstellung ist der vorläufige Höhepunkt einer langjährigen Kooperation mit dem Art/Brut Center Gugging«, ergänzt Christian Pöttler, Geschäftsführer des echo medienhauses.

Seit den 1970er Jahren gehören jene Künstler, die unter dem Namen »Künstler aus Gugging« bekannt geworden sind, zu den wesentlichen Vertretern der Art Brut weltweit. Jean Dubuffet hat sie als Vertreter dieser Kunstrichtung persönlich anerkannt; ihre Werke werden neben der Collection de l'Art Brut in Lausanne auch in vielen Museen zeitgenössischer Kunst, wie etwa dem Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, dem Philadelphia Art Museum, dem Los Angeles County Museum of Art oder dem Setagaya Museum in Tokyo gesammelt und ausgestellt.

Mit Art Brut bezeichnete der französische Künstler Jean Dubuffet (1901-85) eine ursprüngliche Kunst, welche von einer höchst persönlichen und unangepassten Formensprache zeugt. Die Schöpfer sind nicht als Künstler ausgebildet und kümmern sich nicht um die gängige Kunst und ihre Trends. Als Art Brut wird also die Kunst von Außenseitern der Gesellschaft beschrieben oder Kunst, die in einem psychiatrischen Kontext entsteht. Wenngleich Dubuffets scharfe Abgrenzung von Art Brut zu gängiger Kunst bisweilen nicht haltbar ist, bringt dieser Zugang viele neuartige und spannende Werke außerhalb des bekannten Kunstparcours ans Licht.

Obwohl es das Phänomen der Art Brut schon lange gab, hat Jean Dubuffet es als Erster so treffend bezeichnet. Künstlerisch Gestaltetes von Außenseitern der Gesellschaft innerhalb und außerhalb psychiatrischer Mauern wurde im 19. Jahrhundert erstmalig beschrieben, aber erst 100 Jahre später wagte Walter Morgenthaler, die Werke seines Patienten Adolf Wölfli als »Kunst« zu bezeichnen. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat die Art Brut in ihr Repertoire aufgenommen und viele Werke dieser Kunstrichtung in ihre Welt integriert.


»gugging.!« zeigt Werke folgender Künstler:

Josef BACHLER
Anton DOBAY
Johann FISCHER
Franz GABLECK
Johann GARBER
Johann HAUSER
Rudolf HORACEK
Franz KAMLANDER
Franz KERNBEIS
Fritz KOLLER
Johann KOREC
Rudolf LIMBERGER
Heinrich REISENBAUER
Arnold SCHMIDT
Philipp SCHÖPKE
Günther SCHÜTZENHÖFER
Oswald TSCHIRTNER
Karl VONDAL
August WALLA


Die Ausstellung »gugging.!« im Bank Austria Kunstforum umfasst an die 120 Werke und wird von 27. Mai bis 28. Juni täglich von 10 – 19 Uhr und freitags von 10 – 21 Uhr geöffnet sein mit Ausnahme eines Schließtages am 20. Juni. Die Eröffnung erfolgt am 26. Mai um 18.30 Uhr. Es gelten die normalen Ticketpreise des Bank Austria Kunstforums.

Das Museum Gugging wird am 17. September um 18.00 Uhr mit der Ausstellung »duo.! anton dobay/oswald tschirtner« wieder eröffnet werden.

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